Montag, März 12, 2007

All Good Things (Come to an End)


Tja, und das war es dann. Naja fast, denn zurück in der Stadt kam natürlich noch das obligatorische Post- und Konto-checken und Koffer packen. Unser letztes Abendessen in Irland genossen wir passenderweise dort, wo wir das erste Mal in Irland Essen waren (für Kenner: Apache's Pizzeria am Abbey Court). Am Abend noch einmal in Dublin gechillt, bevor ich um neun Uhr morgens zum Flughafen fuhr. Um halb zwölf ging dann mein Heimflug, diesmal der vorerst letzte. Als ich dann zum Flugzeug schlenderte, fiel mir noch ein, dass ich auf den Tag genau vor einem halben Jahr zum ersten Mal die wohlriechende irische Luft geschnuppert hatte.

Und so war also mein halbes Jahr Irland rum - ich will euch aber hier nicht mit Einzelheiten langweilen, was mir die Zeit gebracht hat, nicht wieder von Landschaft, Sprache, Menschen und Perspektiven erzählen. Wichtiger als das Ende ist und war für mich auch eher der Weg. Und da lasse ich dann einfach meinen Blog für mich sprechen.


"And in the end, no matter what I pretend,
the journey is more important than the end
or the start,
and what it meant to me,
will eventually
be a memory
of the time I tried so hard."

- Linkin Park, Enth E Nd

Ach ja...


Für eine großartige Zeit.

Sonntag, März 04, 2007

Road Trip - Letzter Tag


Am Dienstagmorgen schiesslich fuhren wir dann zurück nach Dublin. Von Kilkenny aus waren es nur runde 100 Kilometer, die wir locker in 90 Minuten zurücklegten. Ungefähr genauso lange saßen wir dann allerdings in Dublin im Stau fest - fast wären wir noch einmal durch die gesamte Musiksammlung gekommen. Schnell noch den Wagen gewaschen und ausgesaugt und dann zurück zum Flughafen gebracht. Als wir dann die Schlüssel zurückgegeben hatten, endete damit auch unser Road Trip. Einigermassen traurig liessen wir unseren Toyota auf dem Parkplatz stehen und begaben uns zum Bus und zurück in die Stadt. Aargh, Busfahren - wie schön waren die vergangenen zehn Tage gewesen. Auf den Bus warten, bezahlen, Enge, Lärm... sehr schnell wünschte ich mir den Corolla zurück.

Und so waren wir also wieder zu Fuss unterwegs - nach über 2000 Kilometern Linksfahren. Was mir am Verkehr in Irland wirklich gut gefallen hat, war die geringe Anzahl von Strassenschildern. Stattdessen schreiben die Iren das Meiste direkt auf die Strasse, wo man ja eh die meiste Zeit hinguckt. Wenn man dann aber doch einmal mehr als drei Schilder auf einmal erblickt, ist man schon fast wieder überfordert. Auch nachts haben sich die Beschriftungen meiner Meinung nach bewährt, da man sie im kleinen Lichtkegel der Scheinwerfer viel besser sieht als Schilder am Strassenrand. A pros pos Nachts: in Irland werden ausserdem kleine "Katzenaugen" in die Fahrbahnstreifen eingelassen, die sich sowohl beim drüberfahren als auch durch Anstrahlen bemerkbar machen. Als Ausweichfläche gibt es außerdem breite Seitenstreifen neben der Fahrbahn. Der Erfolg scheint den Iren darüberhinaus Recht zu geben, denn im Vergleich zu Deutschland sterben auf der grünen Insel weniger Menschen auf der Strasse.

Road Trip - Tag 10


Nach einigem Frieren (was uns nicht umbringt, macht uns härter) und einem schnellen Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg, diesmal zum Drombeg. Dieser antike Steinkreis war ein wenig eindrucksvoller als die Beaghmore Kreise, da er grösser und die Steine massiver waren. Trotzdem wurde der Aufenthalt dort nicht viel mehr als ein Fotostopp - was will man mit einem Steinkreis auch anderes anfangen..

Danach ging es dann nach Kinsale - hier wurde 1915 vor dem Kap Old Head of Kinsale die Lusitania von einem deutschen U-Boot versenkt. Auf eben jenem Kap wollten wir die Aussicht geniessen, uns wurde jedoch der Zutritt verwehrt, wohl aus Restaurierungsgründen. Etwas entäuscht traten wir den Rückzug an, war Kinsale doch der letzte grosse Naturzwischenstopp auf unserer Reise.

Ein wenig melancholisch fuhren wir Richtung Midleton zur Old Destillery. Auf dem Weg dahin wuschen wir noch den Wagen - durch unsere zahlreichen Off-Road Ausflüge hatte sich doch einiges an Dreck angesammelt. In der Destille selbst hatten wir dann wieder einmal ziemliches Glück, dass ausser uns niemand die Führung mitmachen wollte - so hatten wir einen Privatrundgang. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl kam ich dann dieses Mal auch in den Genuss, am Whiskey-Tasting teil zu nehmen. Gut angeheitert konnte ich dann den Rest der Destille geniessen und muss sagen, dass sie sogar schöner und eindrucksvoller ist als ihr Dubliner Äquivalent. Und so endeten also meine Reisen genau so, wie sie begonnen hatten - mit einem Glas Whiskey. Zum Glück konnte Ivonne fahren, sodass wir dann am Abend in Kilkenny ankamen - wir hatten uns entschlossen, schon einige Kilometer in Richtung Dublin gut zu machen, denn am nächsten Tag würde es wieder heissen: Daylight's Burning! (Zitat Ivonne, frei übersetzt etwa: Das Tageslicht verbraucht sich!)

Als Stadt berühmt vor allem durch das gleichnamige Bier, genossen wir in Kilkenny noch einmal den Urlaub, denn morgen würden wir den Wagen bereits wieder abgeben müssen...

Samstag, März 03, 2007

Road Trip - Tag 9


Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg zur Südwestküste. Im Radio hörten wir noch, dass in der Nacht gerade einmal 10 Km weiter ein Unfall mit Fahrerflucht passiert war - gut, dass wir nicht weitergefahren waren. In der Nähe von Tralee sahen wir uns eine sehr beeindruckende Tropfsteinhöhle an, wenn auch zu unverschämten Preisen (ein Trinkgeld sparten wir uns..).

Dann ging es Richtung Kenmare und über den Ring of Kerry zum Ring of Beara - landschaftlich einmalig, aber aufgrund der engen Strassen und des häufigen Gegenverkehrs sehr anstrengend zu fahren. Nach einer Portion Fish and Chips zum Mittagessen genossen wir die Landschaft bis zum Sonnenuntergang, und schlugen uns dann im Dunkeln bis nach Dunmanway durch - wir wussten, dass dort ein Hostel sein musste. Leider wussten wir nicht, dass es oben in den Bergen liegt und ein Ökohostel war, wie es im Buche steht. Soll heissen: kalte Zimmer, kaltes Wasser und Technik, die begeistert: unser Zimmer wurde durch ein Vorhängeschloss gesichert...