Montag, Februar 26, 2007

Road Trip - Tag 7


Am Freitagmorgen hatte sich das Wetter zum Glueck ein wenig gebessert, sodass wir uns sogleich an die Erkundung von Galway machen konnten. Die Stadt wurde mehrfach zerstoert, sodass es kaum Sehenswuerdigkeiten gibt - wenn man von der obligatorischen Kirche mal absieht. Dafuer ist Galway relativ Autofeindlich, von Studenten, die nicht gucken, wenn sie die Strasse ueberqueren, bis hin zu nicht ausreichend beschilderten Einbahnstrassen haben wir alles erlebt. Einzig das Claddagh-Viertel mit seinen bunten Haeuserreihen hatte uns etwas mehr zu bieten.

Danach waren dann die Aran Islands faellig. Diese Inseln liegen etwa eine halbe Stunde vor der Kueste von Galway, und bestechen vor allem durch ihre wilde Kargheit. Ausserdem sind die Inseln fuer ihre Pullover bekannt - nur dort hergestellt, sollen die Fischer ihre Ertrunkenen frueher anhand der familieneigenen Strickmuster erkannt haben. Bei kraeftigem Seegang war die Ueberfahrt auf dem schwankenden Schiff ein eigenes kleines Abenteuer - auch weil einige Passagiere sich als Nonnen und Priester verkleidet hatten, weil just an diesem Wochenende eine irische TV-Serie ein Fantreffen auf der Insel feierte. Etwa 1600 Menschen leben dort hauptsaechlich vom Tourismus - das mussten wir nach dem Anlegen schmerzhaft feststellen. Sofort wurden wir ganz in Bettlermanier von Busfahrern belagert, die uns eine Fahrt rund um die Insel (sicherlich mit gesalzenem Preis) andrehen wollten. Ich kann ja verstehen, dass sich nicht alle vom Staat die Stuetze auszahlen lassen wollen, aber dieser Spiessrutenlauf war wirklich unangenehm.

Da das Wetter wirklich ausgesprochen super war, beschlossen wir, nicht den Bus, sondern ein Fahrrad zu nehmen, und mieteten uns Zweiraeder fuer den Tag - so haben wir wenigstens etwas fuer die Inselbewohner getan. Jetzt bin ich also doch noch zu meiner Fahrradtour in Irland gekommen...
So sind wir also um die Insel gekurvt, waehrend wir uns ueber den Sonnenschein und das warme Wetter freuten. Von Wachtuermen ueber Steinforts, Straende, Kirchenruinen und grasenen Schafen haben wir nach vier Stunden einiges gesehen. Rebelliert haben wir lediglich gegen ein Eintrittsgeld fuer einen Steinkreis, der ja sowieso schon da war, also eigentlich auch oeffentlich zugaenglich sein sollte - oder zumindest nur fuer einen Obulus. Irgendwo muss der Kommerz ein Ende haben. Als dann die Sonne unterging, ging auch unsere Faehre zurueck auf die grosse Insel. Ziemlich kaputt haben wir uns dann ein Bed & Breakfast gesucht (die Hostels waren aufgrund des Wochenendes alle voll, und an den Luxus kann man sich gewoehnen) und uns suessen Traeumen hingegeben.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Naja, jetzt hast du ja wieder bed & breakfast jeden tag und das auch noch umsonst bzw. für einen eventuellen obulus. :)) bis dann

p.s.: ich wusste auch noch nicht, dass man seit neuestem für steine zahlen muss.

2:14 PM  
Blogger Marco said...

Ja, mein Bed & Breakfast geniesse ich hier doch sehr. Zum Glueck muss man ja nicht überall bezahlen, aber hier war es so, deshalb der Protest...

2:21 PM  

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