Mittwoch, Februar 21, 2007

Road Trip - Tag 4


Da am vergangenen Tag wegen Dunkelheit keine Zeit mehr blieb, Derry ("Eichenwaeldchen") anzugucken, stand heute als erstes eine Stadtfuehrung auf dem Plan - im Urlaub darf ich das (sonst habe ich die Staedte ja immer auf eigene Faust erkundet). Die Innenstadt ist noch immer von einer intakten Mauer umgeben - einzigartig in Irland. Ausserdem fand hier die laengste Belagerung Europas statt, naemlich ganze 105 Tage. Moeglich wurde diese Leistung durch die Stadtjungen von Derry, die vor der anrueckenden Armee der Englaender die Tore schlossen - ein bekanntes Wandbild (Mural) in Belfast. Ausser als Entstehungsort von "Oh Dannyboy" ist Derry ausserdem aufgrund des Bloody Sunday bekannt - ich berichtete. So konnte ich mir also zahlreiche Murals und Denkmaeler zu diesem Thema ansehen. Interessant ist eigentlich auch, dass Derry auf jedem Schild und jeder Landkarte als "Londonderry" ausgewiesen wird, es sich selbst aber als Derry bezeichnet. Der Grund dafuer ist, dass Derry urspruenglich zur Republik gehoeren sollte, von der englischen Regierung aufgrund der strategisch guenstigen Lage aber zwangsweise in den protestantischen Norden integriert wurde, selbst aber starke Loyalitaet zum katholischen Rest der Insel zeigt. So grenzte es sich immer wieder durch Barrikaden und fliegende Steine vom Vereinigten Koenigreich ab - zwischenzeitlich schaffte es die IRA sogar, die britische Polizei und Armee aus der Stadt fern zu halten, daher auch der (selbstgegebene) Beiname Free Derry.

Spaeter am Tag besuchten wir dann noch die Beaghmore Steinkreise. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um aufgerichtete Steine, die in Kreisen angeordnet sind. Der Zweck dieser rund 4.000 Jahre alten Kulturstaette liegt im Dunkeln, vermutet wird ein Toten- oder Sternenkult - immerhin ist je eine Steinlinie auf den Sonnenaufgang und den Mondaufgang zur Sonnenwende ausgerichtet - gruselig. Da wir immer noch in der Naehe von Derry waren, beschlossen wir, noch einmal in der Stadt der Eichenblaetter zu naechtigen.

2 Comments:

Blogger Unknown said...

jetzt mal was ganz allgemeines auf alle posts bezogen. ich glaube es gibt kaum einen fleck in irland, der nicht besungen wurde. fast zu jedem ort, an dem du warst, gibts ein kleines lied. da ist eine irish folk cd fast besser als ein reiseführer...aber eben auch nur fast, denn die songs handeln ja oft nur von hübschen frauen, betrunkenen männern und der liebe derselbigen zueinander. :)gute fahrt

p.s.: wie wär's eigentlich mit einem jeep. :)

3:29 PM  
Blogger Marco said...

Alter ich sag dir, was unser kleiner Toyota hier mitmachen muss, da haetten wir wohl echt besser 'nen Jeep genommen...

11:14 PM  

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