Fest vercorkt
So, was gibt's neues? Mein Apple-Training habe ich jetzt abgeschlossen, und bin seit einer Woche live und in Farbe am Telefon. Die ersten iPods habe ich auch schon verkauft. So schlecht scheine ich mich auch gar nicht anzustellen, denn am Dienstag habe ich in meinem Team gleich mal den dritten Platz an verkaufter Ware gemacht.. Das ist in sofern toll, da hier in den zwei Wochen vor Weihnachten jeden Tag etwas fuer die ersten drei verlost wird, und ich gleich mal ein Teeset gewonnen habe... Einen Tag spaeter dann noch einmal ein Jenga-Set..
Begeisterung pur.... Diese Art zu motivieren (die Guten werden belohnt) ist zwar sehr nett, aber die andere Seite der Medaille hat es in sich: direkt im Call Centre haengt eine Tafel, auf die weniger guten Verkaeufer geschrieben werden... Ich finde das erinnert schon fast an den Pranger aus dem Mittelalter.
Aber ansonsten finde ich den Job bei Apple eigentlich ganz in Ordnung, und nehme jede Moeglichkeit fuer eine Ueberstunde wahr. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich sowieso gerne telefoniere (unter den Lesern befinden sich einige meiner Lieblingsopfer...:) ) und wenn ich dafuer auch noch anderthalbfach pro Ueberstunde bezahlt werde, faellt die Entscheidung natuerlich leicht. Vergangenen Samstag habe ich auch gearbeitet, denn der wird sogar doppelt bezahlt, was traumhafte Einkuenfte bedeutet. Ausserdem spart man hier bei Apple auch noch ziemlich gut, weil das Kantinenessen wirklich sehr gut und guenstig ist. Noch was zum Foto: das Bild zeigt nur einen Teil des Centres, im Bild seht ihr den franzoesischen und den deutschen Markt, meinen Sitz habe ich durch einen Pfeil gekennzeichnet. Bei Apple arbeiten ungefaehr noch 1 875 Leute mehr...

Nach zwei Wochen habe ich mich jetzt auch relativ gut in Cork eingelebt. Die Stadt ist etwas ruhiger als Dublin, aber auch etwas anders... Morgens nehme ich immer den Bus vom Hostel zu Apple, der durch den Stadtteil Knocknaheeney faehrt. Ab und zu wird der Bus auch mal umgeleitet, wenn wieder irgendwelche Rabauken Steine schmeissen. Die Polizei hier in Irland traut sich dort auch nicht mehr 'rauf, weil die Polizisten hier nur mit Schlagstoecken bewaffnet sind. Also schon ein beachtlicher Unterschied zum in dieser Hinsicht ruhigen und beschaulichen Dublin. Die Busse sind aber immer noch genauso katastrophal wie in Dublin, kommen mehr zufaellig als planmaessig und sind bei Regen total ueberfuellt, sodass man mitunter bis zur Windschutzscheibe steht (bei einem etwaigen Unfall moechte ich dann nicht vorne stehen). Immerhin bekommt man hier das Wechselgeld direkt in die Hand, und muss nicht mit lauter Bons ins Bus-Buero rennen.
Dafuer nervt das Warten im Bushaeuschen, denn Cork wird Irlands Ruf als Land des ewigen Regens wirklich sehr gerecht. In meinen zwei Wochen, die ich bereits hier bin, hat es nur an einem einzigen Tag nicht puenktlich zu meinem Feierabend geregnet. Nun zurueck zum Warten im Bushaeuschen: zwar hat man etwas ueber dem Kopf, aber da der Regen hier dank des Windes schraeg von der Seite kommt, wird man trotzdem nass...
Meine Wohnungssuche habe ich inzwischen aufgegeben, da mir die verfuegbaren Wohnungen ueber Daft.ie staendig und wiederholt vor der Nase weggeschnappt wurden. Es ist nun mal so, dass die Leute sich Wohnungen und Jobs ueber den Winter hinaus sichern. Hinterher ist man immer schlauer. Nachdem ich dann nach vier Tagen immer noch im Hostel war, habe ich auch den Gedanken aufgegeben, fuer zweieinhalb Wochen noch eine Wohnung zu finden, und mir 'nen Wochenpreis fuers Hostel geben lassen. Nun teile ich mir mein Doppelzimmer mit einem seeehr seltsamen Franzosen (da kommt man muede von der Arbeit, will sich in Ruhe 'nen Tee machen und wird dann gefragt: "Was denkst du ueber den EU-Beitritt von Rumaenien?".... also wirklich...). Zum Glueck ist das Corker Kinlay besser auszuhalten als das Dubliner, und die meisten Leute, die ich von Apple kenne, wohnen sowieso dort. Besonders mit einer Gruppe von Franzosen komme ich sehr gut aus, so komme ich auch in den Genuss, beinahe jeden Abend sehr leckeres selbstgekochtes franzoesiches Essen geniessen zu koennen.
Am vergangenen Wochenende habe ich dann sehr netten Besuch aus Dublin erhalten, um Cork und Umgebung unsicher zu machen. Die Stadt ist wirklich angenehm mittelgross, und man kommt schnell und gut von einem Ende zum anderen. Dazwischen sind aber, wie es sich fuer die zweitgroesste Stadt der Republik und die "richtige Hauptstadt", wie die Corker ihre Heimatstadt gerne nennen, geziehmt, genuegend Sehenswuerdigkeiten verstreut. Zahlreiche Kirchen und Kathedralen offenbaren ihre wirkliche Schoenheit erst bei Nacht, wenn sie sich von unten angestrahlt gegen den Nachthimmel abzeichnen. Besonders die Shandon Church bei mir um die Ecke ist sehenswert. Allerdings gehen die Turmuhren so notorisch falsch, dass der Kirchturm von den Corkern nur "der viergesichtige Luegner" genannt wird.
Rund um die Corker Buch liegen kleine nette Fischerstaedtchen verstreut, das bedeutendste davon ist sicherlich Cobh (sprich "koof"). Einst der wichtigste Hafen Irlands war Cobh letzte Station fuer Millionen von Irischen Auswanderern (Annie Moore, die erste Einwanderin, die ueber Ellis Island in die USA gelangte, ist hier ein Denkmal gewidmet) und der letzte Hafen, an den die Titanic 1912 anlegte (damals zu Ehren der Koenigin "Queenstown" genannt). Das rauhe, nasse und windige Klima Corks setzte sich auch in Cobh fort, sodass ich froh war, meinen ersten Gluehwein diesen Jahres geniessen zu koennen (hmmm).
Der naechste Stop war dann der Fota Wildlife Park. Zwar ist dieser Zoo kleiner als der in Dublin, ist quasi mehr ein Tierpark, doch laufen hier fast alle Tiere frei und ohne Zaeune umher. Giraffen hautnah beim Fressen zuzusehen und vorsichtig um ein Lama herumzuschleichen ("bitte nicht spucken..") waren schon sehr nette Erlebnisse. Nichtsdestotrotz gab es auch hier wieder massenhaft unsichtbare Tiere, doch das und auch das schlechte Wetter machten eine Gepardin mit drei kleinen Jungen allemal wieder wett (sehr knuffig). Ueberhaupt gefiel mir der "Kleiner-Tierpark"-Charme des Parks sehr gut.
Ja und nach zwei Tagen Power-Sightseeing ist man dann auch schon so ziemlich mit dem Gebiet Cork fertig. Denn die nette Westkueste rund um die Dingle-Halbinsel werde ich mir fuer das neue Jahr fuer eine "Kueste-von-Irland-im-Auto"-Tour aufsparen. Und noch eine Zahl am Schluss: die ersten 100 Tage Irland sind auch schon 'rum...
Begeisterung pur.... Diese Art zu motivieren (die Guten werden belohnt) ist zwar sehr nett, aber die andere Seite der Medaille hat es in sich: direkt im Call Centre haengt eine Tafel, auf die weniger guten Verkaeufer geschrieben werden... Ich finde das erinnert schon fast an den Pranger aus dem Mittelalter.
Aber ansonsten finde ich den Job bei Apple eigentlich ganz in Ordnung, und nehme jede Moeglichkeit fuer eine Ueberstunde wahr. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich sowieso gerne telefoniere (unter den Lesern befinden sich einige meiner Lieblingsopfer...:) ) und wenn ich dafuer auch noch anderthalbfach pro Ueberstunde bezahlt werde, faellt die Entscheidung natuerlich leicht. Vergangenen Samstag habe ich auch gearbeitet, denn der wird sogar doppelt bezahlt, was traumhafte Einkuenfte bedeutet. Ausserdem spart man hier bei Apple auch noch ziemlich gut, weil das Kantinenessen wirklich sehr gut und guenstig ist. Noch was zum Foto: das Bild zeigt nur einen Teil des Centres, im Bild seht ihr den franzoesischen und den deutschen Markt, meinen Sitz habe ich durch einen Pfeil gekennzeichnet. Bei Apple arbeiten ungefaehr noch 1 875 Leute mehr...
Nach zwei Wochen habe ich mich jetzt auch relativ gut in Cork eingelebt. Die Stadt ist etwas ruhiger als Dublin, aber auch etwas anders... Morgens nehme ich immer den Bus vom Hostel zu Apple, der durch den Stadtteil Knocknaheeney faehrt. Ab und zu wird der Bus auch mal umgeleitet, wenn wieder irgendwelche Rabauken Steine schmeissen. Die Polizei hier in Irland traut sich dort auch nicht mehr 'rauf, weil die Polizisten hier nur mit Schlagstoecken bewaffnet sind. Also schon ein beachtlicher Unterschied zum in dieser Hinsicht ruhigen und beschaulichen Dublin. Die Busse sind aber immer noch genauso katastrophal wie in Dublin, kommen mehr zufaellig als planmaessig und sind bei Regen total ueberfuellt, sodass man mitunter bis zur Windschutzscheibe steht (bei einem etwaigen Unfall moechte ich dann nicht vorne stehen). Immerhin bekommt man hier das Wechselgeld direkt in die Hand, und muss nicht mit lauter Bons ins Bus-Buero rennen.
Dafuer nervt das Warten im Bushaeuschen, denn Cork wird Irlands Ruf als Land des ewigen Regens wirklich sehr gerecht. In meinen zwei Wochen, die ich bereits hier bin, hat es nur an einem einzigen Tag nicht puenktlich zu meinem Feierabend geregnet. Nun zurueck zum Warten im Bushaeuschen: zwar hat man etwas ueber dem Kopf, aber da der Regen hier dank des Windes schraeg von der Seite kommt, wird man trotzdem nass...
Meine Wohnungssuche habe ich inzwischen aufgegeben, da mir die verfuegbaren Wohnungen ueber Daft.ie staendig und wiederholt vor der Nase weggeschnappt wurden. Es ist nun mal so, dass die Leute sich Wohnungen und Jobs ueber den Winter hinaus sichern. Hinterher ist man immer schlauer. Nachdem ich dann nach vier Tagen immer noch im Hostel war, habe ich auch den Gedanken aufgegeben, fuer zweieinhalb Wochen noch eine Wohnung zu finden, und mir 'nen Wochenpreis fuers Hostel geben lassen. Nun teile ich mir mein Doppelzimmer mit einem seeehr seltsamen Franzosen (da kommt man muede von der Arbeit, will sich in Ruhe 'nen Tee machen und wird dann gefragt: "Was denkst du ueber den EU-Beitritt von Rumaenien?".... also wirklich...). Zum Glueck ist das Corker Kinlay besser auszuhalten als das Dubliner, und die meisten Leute, die ich von Apple kenne, wohnen sowieso dort. Besonders mit einer Gruppe von Franzosen komme ich sehr gut aus, so komme ich auch in den Genuss, beinahe jeden Abend sehr leckeres selbstgekochtes franzoesiches Essen geniessen zu koennen.
Der naechste Stop war dann der Fota Wildlife Park. Zwar ist dieser Zoo kleiner als der in Dublin, ist quasi mehr ein Tierpark, doch laufen hier fast alle Tiere frei und ohne Zaeune umher. Giraffen hautnah beim Fressen zuzusehen und vorsichtig um ein Lama herumzuschleichen ("bitte nicht spucken..") waren schon sehr nette Erlebnisse. Nichtsdestotrotz gab es auch hier wieder massenhaft unsichtbare Tiere, doch das und auch das schlechte Wetter machten eine Gepardin mit drei kleinen Jungen allemal wieder wett (sehr knuffig). Ueberhaupt gefiel mir der "Kleiner-Tierpark"-Charme des Parks sehr gut.
Ja und nach zwei Tagen Power-Sightseeing ist man dann auch schon so ziemlich mit dem Gebiet Cork fertig. Denn die nette Westkueste rund um die Dingle-Halbinsel werde ich mir fuer das neue Jahr fuer eine "Kueste-von-Irland-im-Auto"-Tour aufsparen. Und noch eine Zahl am Schluss: die ersten 100 Tage Irland sind auch schon 'rum...


5 Comments:
hört sich ja geil an, was du so erlebt hast in cork. ich glaube von dem tierpark hatte yvonne letztens schon im comment gesprochen, vermutlich war sie auch der nette besucher aus dublin. :)die überschrift ist mal wieder grandios, aber wo wir gerade bei wein sind, schmeckt denn der glühwein gut. ich dachte das wär so ein typisches deutscher-weihnachtsmarkt-gesöff (ich hab auch schon ein paar hinter mir:-).
naja, viergesichtige lügner find ich echt einen guten namen für einen kirchturm. auf jeden fall besser als die namen der dubliner für ihre sehenswürdigkeiten. :-))
Jau auf jeden Fall, der Gluehwein war richtig gut. War auch in Cobh derartig notwendig, so eine rauhe geile kueste...
Ja zum Weihnachtsmarkt: Es gibt hier Weihnachtsmaerkte, allerding sind saemtliche Staende aus Deutschland importiert, scheint also eine deutsche Spezialitaet zu sein.
Ich hatte sooooo lust an dem einen Stand mir ne Bratwurst zu kaufen, denn da stand - 0hne scheiss - in deutsch drauf:
"Grillspezialitaeten aus Schleswig-Holstein" und direkt drunter:
"Schleswig-Holstein, meerumschlungen..." Jetzt duerft ihr dreimal raten wer da ploetzlich auf dem Weihnachtsmarkt die schleswig-holsteiner Hymne angestimmt hat ... :)
Marco-rk
marco...die sehnsucht zeigt sich jetzt schon ganz offen....aber bald bist du ja erstmal wieder hier.....(F)fest umschlungen....
Jaaaaaa ich freu mich auch schon ganz doll drauf..... ;)
Weihnachtsbeitrag kommt ASAP!
Und am 25ten ist Wieder-Eroeffnungsfeier vom Jug of Punch!
"Last Christmas, I gave you my heart..." lala.....
Frohe Vorweihnachtsgruesse vom heimkehrenden Marco :)
Ich muss noch was hinzufuegen: Heute gab' es super leckeres Mittagessen in der Kantine: Schweine- und Haehnchenfleisch mit Schinken, Kroketten und Rosenkohl.. hmmm.
Aber das Highlight eines jeden Tages sind die Weihnachtsgeschenke-Verpenner, die noch drei Tage vor Heiligabend einen iPod bestellen wollen, und dann davon ausgehen, die Dinger waeren in 24 Stunden bei ihnen (die werden extra nach Kundenwunsch graviert und kommen aus Taiwan, also bitte..).
Der ganz normale Apple-Wahnsinn..
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